Das Handlungskonzept PLuS
Praxis, Lebensplanung und Schule

Landesprogramm Arbeit Aktion C1 - Handlungskonzept PLuS (Praxis, Lebensplanung und Schule)

Mit der Maßnahme werden Schülerinnen und Schüler beim Übergang in die Berufswelt unterstützt. Die Projekte werden als gruppenspezifische Förderung umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen die Potentialanalyse und das Coaching von Schülerinnen und Schülern, für die der erfolgreiche Abschluss der Schule und/oder der anschließende Übergang in einen Beruf eine besondere Herausforderung darstellt. So können sie eine fundierte Entscheidung über ihre berufliche Zukunft treffen und nach dem Abschluss der Schule die entsprechende berufliche oder schulische Ausbildung beginnen. Das Handlungskonzept PLuS setzt an dem derzeitigen „Handlungskonzept Schule und Arbeitswelt" an und entwickelt es weiter.

Das Forum für berufliche Bildung und Qualifizierung – FBQ GmbH (Gesellschaft der Kreishandwerkerschaft OH/Plön) beteiligt sich seit Beginn in 2007 gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern an der Umsetzung des Projektes in den Kreisen Ostholstein und Plön.

Ziele
Die Umsetzung des Handlungskonzept PLuS erfolgt durch das MSB in Zusammenarbeit mit der RD Nord, um die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit Jugendlicher und den möglichst direkten Anschluss vor allem in betriebliche Ausbildung zu fördern. Zusätzlich soll die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die einen bestmöglichen Schulabschluss erreichen, erhöht werden.

Ein erfolgreicher Schulabschluss und der Übergang von der allgemeinbildenden Schule in die Ausbildung eröffnet einerseits jungen Menschen die Chance auf Teilhabe in Beruf und Gesellschaft. Andererseits kann auf diese Weise dadurch dem Fachkräftemangel begegnet werden. Insoweit wird der pädagogische Auftrag der Schule (§ 4 Abs. 4 Satz 3f. SchulG), die Schülerinnen und Schüler „zur Teilnahme am Arbeitsleben und zur Aufnahme einer hierfür erforderlichen Berufsausbildung zu befähigen“, durch das Handlungskonzept PLuS am Übergang Schule-Beruf gestärkt. Das MSB, die RD Nord und die Europäische Union stellen für das HK PLuS bis zum 31.07.2020 rund 40 Mio. Euro zur Verfügung.

Zielgruppen im Handlungskonzept PLuS:
Folgende Zielgruppen an den Gemeinschaftsschulen mit und ohne Oberstufe (GemS), an den Förderzentren (FöZ) mit dem Schwerpunkt Lernen und an den berufsbildenden Schulen können berücksichtigt werden:

Zielgruppe 1:
Schülerinnen und Schüler an GemS, die den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss bzw. den mittleren Schulabschluss voraussichtlich erreichen, jedoch in der Vorabgangsklasse ohne berufliche Orientierung sind

Zielgruppe 2:
Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen und leistungsschwache Regelschülerinnen und -schüler, die den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss im Rahmen einer Flexiblen Übergangsphase (nach § 43 SchulG Abs. 3) anstreben

Zielgruppe 3:
Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen, die inklusiv an den GemS bzw. an Förderzentren unterrichtet werden

Zielgruppe 4:
Schülerinnen und Schüler, die die Berufseingangsklassen (BEK) der berufsbildenden Schulen besuchen


Handlungsfelder
Die beiden wesentlichen Handlungsfelder im HK PLuS sind das HK-Coaching und die Potenzialanalyse.

Ramböll Management hat in seiner Evaluation im September 2011 das Coaching im Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt als erfolgreiches „Herzstück“ des Projekts bezeichnet. Daran anknüpfend soll auch im zukünftigen ESF-Folgeprogramm Handlungskonzept PLuS ein weiterentwickeltes HK-Coaching durchgeführt werden:

Jugendliche benötigen in der Phase der Berufsorientierung und am Übergang Schule - Beruf Rat und Unterstützung. Deshalb überlegen externe und sachkompetente Personen (Coaches) gemeinsam mit den Jugendlichen, wie deren berufliche Zukunft aussehen kann und planen die notwendigen Schritte. So lernen die Jugendlichen ihre eigenen Möglichkeiten besser kennen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Zum Coaching im Handlungskonzept PLuS gehört neben der Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des Berufswahlprozesses auch die Durchführung von Maßnahmen der Berufsorientierung in Lerngruppen bzw. im Klassenverband (nach der Geschäftsanweisung BOM der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit vom Juli 2013).

Diese für die Schülerinnen und Schüler freiwillige und kostenfreie sozialpädagogische Unterstützung in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 endet mit Ablauf der Schulzeit, wird jedoch eine sinnvolle Anschlussperspektive - möglichst in Ausbildung - sichern.

Während des sechsjährigen Förderzeitraums können für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen des Coachings folgende Angebote (in Kooperation mit den Lehrkräften) durchgeführt werden:

  • Vermittlung von umfassenden Informationen zu Berufsfeldern
  • Interessenerkundung
  • Entwicklung von Strategien zur Berufswahl und zur Entscheidungsfindung
  • Reflexion von Eignung, Neigung und Fähigkeiten sowie Verbesserung der Selbsteinschätzung
  • Unterstützung bei der Realisierung des Berufswunsches sowie beim Finden einer Praktikums- bzw. Ausbildungsstelle
  • Bewerbungstrainings, Trainieren von Telefonaten und Vorstellungsgesprächen.

Die genannten Maßnahmenmodule 1 – 6 sind eingebettet in eine durchgehende sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Module sollten idealerweise nach einer erfolgten Potenzialanalyse durchgeführt werden und sich thematisch sinnvoll über den gesamten Förderzeitraum verteilen.

Die Potenzialanalyse (PA) gilt als Basis für eine Begleitung durch das HK-Coaching. Sie hilft im Rahmen der Berufsorientierung, die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern zu erkennen, die für eine individuelle Förderung und für eine spätere Ausbildung relevant sind. In Praxissimulationen in unterschiedlichen Berufsbereichen erfahren die Schülerinnen und Schüler, in welchen Arbeitssituationen sie zu den besten Ergebnissen gelangen. Auf dieser Grundlage werden sie zielgerichtet dazu befähigt, ein realistisches Bild ihrer beruflichen Möglichkeiten zu entwickeln.

Die Ergebnisse der PA werden in einem Stärkenprofil zusammengefasst und in gemeinsamen Gesprächen durch die Coaching-Fachkräfte mit den Jugendlichen, den Eltern und den Lehrkräften reflektiert. Dabei werden individuelle Zielvereinbarungen für eine realistische Berufs- und Lebensplanung getroffen.

Die PA orientiert sich an den Qualitätsstandards des Berufsorientierungsprogrammes BOP. Sie findet in der Regel im 1. Halbjahr der Projektteilnahme statt und erstreckt sich über einen Zeitraum von 3 Tagen (inkl. Besprechung).

Das HK PLuS ist ein eigenständiges Instrument neben bereits vorhandenen Programmen (Berufseinstiegs-begleitung/BerEb nach § 49 SGB III, Berufsorientierungsprogramm/BOP, „Initiative Inklusion“, „ÜSB“) und entspricht einer wichtigen Ergänzung der schulischen Berufsorientierung am Übergang Schule – Beruf.

 

Das Landesprogramm Arbeit ist das Arbeitsmarktprogramm der Landesregierung für die Jahre 2014-2020. Schwerpunkte sind die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften, die Unterstützung bei der Integration von Menschen, die es besonders schwer haben in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen und die Förderung des Potentials junger Menschen. Das Landesprogramm Arbeit hat ein Volumen von etwa 240 Millionen Euro, davon stammen knapp 89 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Mehr Informationen im Internet: http://www.EU-SH.schleswig-holstein.de

 

 

Nähere Auskünfte:

  • Ministerium für Schule und Berufsbildung
    des Landes Schleswig-Holstein

    Postfach 7124 | 24171 Kiel

  • Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit
    Projensdorfer Str. 82, 24106 Kiel

Ihre Ansprechpartner vor Ort:

  • Schulleitungen der beteiligten Schulen
  • Beauftragte für Berufsorientierung an den Schulen
  • Schulamt