Harald Werner zum Kreispräsident gewählt

13.06.2018

Alle Abgeordneten des ostholsteinischen Kreistages geben dem CDU-Vertreter aus Stockelsdorf ihre Stimme. Er löst in diesem Amt Ulrich Rüder ab.

Glatter Wachwechsel im Ostholstein: Landrat Reinhard Sager (Mitte) mit dem scheidenden Kreispräsidenten Ulrich Rüder (links) und dem neuen Repräsentanten des Kreises Ostholstein, Harald Werner.

 

Die rund 200 000 Einwohner des Kreises Ostholstein haben einen neuen Repräsentanten: Alle Kreistagsabgeordneten wählten gestern den Stockelsdorfer CDU-Vertreter Harald Werner (64) zum neuen Kreispräsidenten. Der pensionierte Hauptkommissar der Bundespolizei, der 20 Jahre lang Bürgervorsteher der Gemeinde Stockelsdorf war, löst Ulrich Rüder (69) ab.

Ruhig und ohne Überraschungen lief die Konstituierung des 12. Kreistages. Er hat durch Überhangmandate 61 Abgeordnete, so viele wie noch kein Kreistag seit der Bildung des Kreises Ostholstein im Jahr 1970. Alle vorgeschlagenen Kandidaten wurden ausnahmslos von allen Abgeordneten der sieben Fraktionen in offenen Abstimmungen gewählt, nur ein Abgeordnete fehlte entschuldigt.

Den ein oder anderen Seitenhieb auf die misslungene Konstituierung des Plöner Kreistages am Tag zuvor (wir berichteten), wo die Sitzung nach fünf Stunden ergebnislos abgebrochen worden war, verkniffen sich mehrere Redner nicht. Und auch Harald Werner stellte zum Ende der Sitzung zufrieden fest, dass der ostholsteinische Kreistag in nicht einmal zwei Stunden sehr viel mehr erreicht habe als die Nachbarn.

Dem neuen Kreispräsidenten stehen Gabriele Appel (SPD) und Rainer Rübenhofer (Grüne) als Stellvertreter zur Seite. Erster Stellvertreter des Landrates ist wieder der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Timo Gaarz, 2. stellvertretender Landrat wurde als Nachfolger von Burkhard Klinke der SPD-Vertreter Manfred Jaeger.

Der Versuch der SPD, mit einem Antrag auf Abschaffung der Elternbeteiligung an den Schulbuskosten unverzüglich mit der politischen Arbeit zu beginnen, endete ohne Diskussion mit einer Überweisung in den zuständigen Ausschuss. Es sei Gebot der Fairness gegenüber den neuen Abgeordneten, dass sie sich mit dem Thema beschäftigen könnten, sagte Gaarz zu seinem Antrag auf Überweisung in den Ausschuss, den alle Fraktionen außer der SPD unterstützten.

Harald Werner appellierte an die Abgeordneten, sich mit Respekt und Toleranz zu begegnen und und die Meinung Andersdenkender zu akzeptieren. In höchsten Tönen lobte er die Amtsführung seines Vorgängers Ulrich Rüder: „Du hast den Geist der kommunalen Selbstverwaltung gelebt“.

Monika Obieray (Grüne) zählte Vertrauensbildung und eine Zusammenarbeit zwischen Grünen und CDU zu Rüders Verdiensten. Timo Gaarz bescheinigte Rüder, ein Kreispräsident für alle gewesen zu sein mit einer verlässlichen, stilvollen Amtsausübung. Rüder habe fünf Jahrzehnte öffentliche Ämter bekleidet und sei in seiner Gewissenhaftigkeit für viele ein Vorbild, betonte Gaarz.

Quelle: www.shz.de

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